S1F06-1 Transkript

Transkript: Leonie Schüssler

„Ich liebe, liebe, liebe, liebe es"

Transkript: Leonie Schüssler

Automatisch aus dem Untertitel-File (SRT) konvertiert, Zeitstempel relativ zum Folgenstart. Sprecher-Wechsel manuell gesetzt. Redaktionelle Überarbeitung ausstehend.

00:00 · PING · Armin Schroeder

Herzlich willkommen zu 24 Ping Pong - zur sechsten Ausgabe, kaum zu glauben. Nachdem wir letzte Woche mit Alina Ludwig in Köln unterwegs waren, treffen wir heute Leonie Schüssler, glaube ich, in Düsseldorf. Starten wir mal in den Tag! Guten Morgen Leonie, freut mich, dass du dabei bist. Wo starten wir mit dir in den Tag?

00:40 · PONG · Leonie Schüssler

Einen wunderschönen guten Morgen, lieber Armin. Tatsächlich heute weder aus Düsseldorf, noch aus Frankfurt, sondern aus den Niederlanden. Und ich würde sagen, wir starten jetzt erst mal mit einem Käffchen und dann nehme ich euch vielleicht auch noch mal mit ans Meer. Das freut mich sehr, dass du uns mit in die Niederlande genommen hast. So, da sind wir wieder, liebe Grüße vom Meer. Ein leichter Wind! Ich melde mich wieder nach dem Hundespaziergang.

01:04 · PING · Armin Schroeder

Gibt es eine Morgenroutine, mit der du immer deinen Tag startest, neben der guten Laune?

01:08 · PONG · Leonie Schüssler

So, einmal kurz vom Meeresswind durchpusten lassen, jetzt sind wir hoffentlich alle wach. Morgenroutinen. Ich bin ein absoluter Frühaufsteher und ich bin tatsächlich einer dieser absolut nervigen Menschen, die morgens mit absolut guter Laune aufwachen. Und zwar ausnahmslos jeden Tag. Eigentlich startet mein Tag immer mit einem Kaffee im Bett. Also ich mache mir tatsächlich morgens einen Kaffee. Ich nehme mir immer sehr viel Zeit dafür, lese im Bett, starte ganz gemütlich und dann geht es natürlich zum Hundespaziergang. Den kann ich nicht überspringen, der passiert jeden Tag, egal bei welchem Wetter, meistens im Wald und aktuell am Meer.

01:43 · PING · Armin Schroeder

Wie weit hängt denn für dich dein Job mit einem Ort zusammen?

01:47 · PONG · Leonie Schüssler

Ja, der Arbeitsort ist für mich ehrlicherweise relativ und weitestgehend irrelevant. Das hängt natürlich mit meinem Job zusammen. Ich bin nämlich für ein Team zuständig, was sich quasi über ganz Deutschland verteilt. Ich sehe sowieso nicht alle an einem Ort und das verändert natürlich auch ganz, ganz viel. Ich bin total gerne im Büro. Ich bin auch total gerne remote unterwegs. Tatsächlich brauche ich das gleichermaßen. Für vor allem Kreativprozesse, wenn wir gemeinsam in meinem Raum sind, wenn wir gemeinsam auf Ideen kommen. Und ich finde auch, dass der Output ein anderer ist, als das alles komplett remote zu erarbeiten. Nichtsdestotrotz, ich bin in der Strategie tätig, da brauche ich ganz, ganz viel Zeit, um mich wirklich in Dinge reinzufuchsen. Und dafür brauche ich Ruhe und dafür brauche ich andere Eindrücke. Und dafür muss ich auch irgendwie unterwegs sein. Und das macht für mich einen riesengroßen Unterschied.

02:35 · PING · Armin Schroeder

Du bist hier in Niederlanden. Warum bist du gerade da?

02:37 · PONG · Leonie Schüssler

Ich möchte irgendwann gerne mir meinen eigenen Traum hier erfüllen und ein kleines remote Häuschen, remote home, wie man so schön sagt, hier in den Niederlanden mir erschaffen. Und ja, wollte jetzt einfach mal ausprobieren, wie sich das so anfühlt. Ich bin seit ein paar Tagen hier und ich muss sagen, bis jetzt ist es absolut fantastisch. Und es ist einfach großartig, wenn man einfach mal einen Tapetenwechsel hat und einfach mal ein bisschen auf neue Gedanken und neue Inspirationen stößt.

03:01 · PING · Armin Schroeder

Vielleicht direkt als Anschlussfrage. Was macht für dich denn einen Arbeitstag und vor allem einen erfolgreichen Arbeitstag aus?

03:08 · PONG · Leonie Schüssler

Es ist ehrlich gesagt gar nicht mal so leicht zu beantworten, diese Frage. Weil mein Job auch so viele Facetten hat. Ich versuche mal, es zusammenzufassen. Ich glaube, so die offensichtliche Komponente ist natürlich, wenn wir mit dem Team ein Pitch gewinnen, wenn ich Erfolge bei Kunden habe, wenn wir gutes Kundenfeedback bekommen. Für mich ist es aber auch total wichtig, dass ich inhaltlich arbeite. Das heißt, ich bin auch total zufrieden am Ende des Tages, wenn ich irgendeine Nuss geknackt habe. Und das ist wahnsinnig befriedigend. Das finde ich großartig. Deshalb liebe ich auch diesen Job so sehr, egal welchem Thema. Man kommt immer auf irgendwie neue Gedanken, auf neue Inspirationen. Das liebe, liebe, liebe ich. Und die andere Facette meines Jobs ist natürlich mein Team. Also wenn ich merke, dass am Ende des Tages mein Team irgendwie happy ist, dass wir was Gutes erschaffen haben, dass wir vielleicht irgendwie ein cooles Team-Meeting zusammen hatten, dann war das für mich auch ein cooler Tag. Wenn meine Arbeit und auch die Energie und alles, was ich in mein Team reinstecke, was ich wahnsinnig gerne mache, wo ich einen sehr hohen Anspruch an mich selbst habe, wenn das irgendwie zurückgespielt wird. Und ich merke, dass das irgendwie fruchtet. All diese Facetten machen für mich einen erfolgreichen Tag aus und machen mich auch persönlich wahnsinnig glücklich. Und ich glaube, ich brauche all diese Facetten, um am Ende des Tages auch sagen zu können, ich habe einen Job, der mich ausfüllt und erfüllt und der mich wirklich glücklich macht.

04:33 · PING · Armin Schroeder

Das hört sich so an, als hättest du schon so ein ideales Set an Dingen, an Umfeld für dich geschaffen. Damit startet man ja nicht in den Job, sondern das ist ja ein langer Weg. Was würdest du deinem 17-jährigen Ich raten, um vielleicht schneller zum heutigen Ergebnis zu kommen?

04:51 · PONG · Leonie Schüssler

Ja, ich glaube ehrlicherweise, ich könnte meinem 17-jährigen Ich ziemlich viel erzählen. Die Frage ist, ob ich mir selbst zuhören würde. Ich war nämlich mit 17 auf jeden Fall noch ein bisschen anders drauf und wahrscheinlich auch relativ beratungsresistent. Aber was ich mir so rückblickend für mich gewünscht hätte, wäre, dass ich viel früher realisiere, dass ich nicht in irgendeine Box reinpassen muss, sondern dass ich meine eigene Box bauen kann. Ich glaube, ich habe mich ganz oft in Situationen reinbegeben, auch Arbeitssituationen, habe Jobs angenommen, die eigentlich gar nicht zu mir gepasst haben. Und ich habe einfach immer irgendwie darüber nachgedacht, wie das jetzt auf andere wirkt, was ich mache. Und im Endeffekt ist das wirklich völliger Bullshit. Heute merke ich das, weil ich darauf tatsächlich gar nichts mehr gebe und einfach meine Intuitionfolge. Also ich habe tatsächlich irgendwie, wahrscheinlich mir auch intuitiv, ein Umfeld gesucht, in dem ich genau das sein kann, was ich eben bin, wie ich lebe, wie ich auch Leadership lebe, wie ich das sein möchte oder was ich sein möchte, wie ich auch andere inspirieren möchte. Nämlich mit dem, was ich mitbringe, nicht mit dem, was ich irgendwie links sehe oder rechts sehe, sondern mit dem, was ich bin. Und das ist genug. Und ich glaube, das hätte ich gerne früher gewusst, dass ich auch emotional sein kann, zum Beispiel im Job. Und dass das okay ist. Ich habe immer gedacht, man müsste irgendwie, wenn man im Business tätig ist und irgendwann auch in Leadership-Positionen gerät, dann müsste man ganz besonders hart sein und einen ganz besonderen Typ irgendwie verkörpern. Und habe mich da, glaube ich, auch schon hier und da mal dazu hinreißen lassen und merke aber seit ein paar Jahren, dass das einfach nicht zu mir passt und ich das deshalb auch nicht gut mache. Und heute mache ich es eben so, wie ich glaube, dass es richtig ist, ganz, ganz intuitiv. Und das hätte ich gerne mir selbst gesagt, ob ich mir dabei zugehört hätte, ist eine ganz andere Frage.

06:51 · PING · Armin Schroeder

Du sprichst darüber, eine eigene Box zu bauen und diese Box zu füllen mit den Dingen, die dich ausmachen und die für dich wichtig sind. Stell dir vor, du müsstest jetzt aus all den Dingen, die so deinen Tag ausmachen, eine auswählen und die müsstest du bis zum Ende oder dürftest du bis zum Ende deines Lebens machen, aber nur noch die eine. Welche wäre das?

07:10 · PONG · Leonie Schüssler

Also Armin, du stellst vielleicht Fragen. Ich habe dir gerade erklärt, dass das Zusammenspiel aus all diesen Aufgaben es eigentlich für mich ausmacht. Und dass mich das so wahnsinnig glücklich macht, dass ich diese vielen Facetten habe. Wenn ich mich jetzt aber für eine einzige Aufgabe entscheiden müsste, dann wäre es auf jeden Fall mein Team-Lead. Das ist tatsächlich etwas, darauf könnte ich nicht verzichten. Also ich sehe das als ein riesengroßes Privileg, mit diesen Menschen arbeiten zu dürfen, ihnen auf ihrem Weg helfen zu dürfen und mich erfüllt nichts mehr als zu sehen, wenn Leute anfangen, sich selbst mehr zuzutrauen. Und da ja auch ein riesengroßes Rollen drin zu spielen, das macht mich wahnsinnig glücklich. Und ich finde, es gibt nichts Erfüllenderes als Menschen auf ihrem Weg zu helfen und dann auch zu sehen, wie sie ihren Weg gehen und alle ihre eigene kleine Box sozusagen bauen. Und das ist tatsächlich etwas, das kann ich nicht hergeben. Das könnte ich nie hergeben und von daher nicht ohne mein Team.

08:13 · PING · Armin Schroeder

Liebe 24 Ping Pong Zuschauer, an dieser Stelle muss ich kurz die Sendung unterbrechen oder noch viel besser abbrechen. Ich habe mir das gesamte Material angeguckt von Leonie und mir und habe entschlossen, dass es viel zu viel ist, um es in eine Sendung reinzupacken und viel zu schade um ganze Teile wegzuschneiden. Deshalb stoppen wir die Folge hier und ihr könnt nächste Woche Donnerstag den zweiten Teil sehen. Hinterlasst gerne ein Like, wenn ihr die Sendung bis jetzt gut findet, stellt Fragen und folgt meinem LinkendIn Account oder abonniert 24 Ping Pong auf Spotify. Also jetzt ist hier Schluss. Viel Spaß beim Arbeiten. Bis bald.