Transkript: Verena Gründel
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00:00 · PING · Armin Schroeder
Hallo und herzlich willkommen zu 24 Ping Pong. Nach einer Ticketplattform für Events in der letzten Woche mit Mike Erkelenz kommen wir diese Woche zu einem der wichtigsten Events, das unsere Branche kennt. Besser gesagt zur Gastgeberin der DMEXCO Verena Gründel. Und bin schon ein bisschen nervös, wenn jemand eine gute von einer schlechten Frage unterscheiden kann, dann ist es mit Sicherheit Verena. Los geht’s. Guten Morgen Verena, es ist eine Ehre, dich heute begleiten zu dürfen. Ich freu mich total. Wie startest du heute den Tag?
00:49 · PONG · Verena Gründel
Guten Morgen, lieber Armin. Also erstmal, schön dass ich bei deinem 24 Ping Pong dabei sein darf. Von daher ist es schon mal ein ganz besonderer Tag heute. Und deine Frage hervorragend natürlich. Tatsächlich ist dieser Satz, dass aber eine gute Frage etwas, was viele Interviewgäste Journalisten sagen, weil sie sich nämlich damit Zeit erkaufen, um nachzudenken, was sie antworten. Das muss ich hier natürlich nicht, denn ich weiß hier, ich bin in London am Flughafen Heathrow. Ich war gestern hier auf einer Veranstaltung, und fliege jetzt zurück in mein Homeoffice nach München. Und das erste was ich jetzt tun werde ist, ich hol mir einen Kaffee.
01:23 · PING · Armin Schroeder
Wenn man in den Flieger steigt und von London nach München fliegt, verändert sich der Blick auf die Welt. Hat sich dein Blick auf Events verändert, dadurch, dass deine Rolle sich deutlich verändert hat in den letzten Jahren?
01:36 · PONG · Verena Gründel
Klar, zum einen gucke ich mir andere Events ganz anders an. Schaue, was wir uns abschauen können, was wir uns vielleicht eher nicht abschauen sollten und welche Inspiration ich mit nach Hause nehmen kann. Aber zum anderen habe ich auch gelernt, was für eine große Bedeutung Veranstaltungen für die Menschen, für die Unternehmen haben. Zum einen persönlich, viele gehen zum Friseur, kaufen sich neue Klamotten und machen sich wirklich bereit für zwei Tage DMEXCO, weil es ihnen einfach super wichtig ist. Zum anderen aber auch die wirtschaftliche Bedeutung. Denn wenn tausende von Entscheidern zusammenkommen an zwei Tagen, dann entsteht da natürlich eine wahnsinnige Wertschöpfung. Und diese Bedeutung habe ich erst in den letzten 1,5 Jahren verstanden. Und das ist natürlich wahnsinnig großartig.
02:18 · PING · Armin Schroeder
Auf den ersten Blick ist das ein ziemlich großer Schritt von deiner Rolle bei der W&V, zu deiner Funktion bei der DMEXCO. War das für dich eine organische Entwicklung? War das so ein Stück ins kalte Wasser springen? Wie hat sich das angefühlt?
02:35 · PONG · Verena Gründel
Ich bin jetzt in München gelandet und ich nehme mich jetzt mal mit auf meine emotionale Reise damals. Erster Gedanke war, ich habe einfach mega Bock drauf. Zweiter Gedanke war, ah, schon irgendwie ganz schön krass. Dann habe ich mir überlegt, irgendwas werden sie sich schon dabei gedacht haben, mich zu fragen. Als Viertes dachte ich, ich werde einfach so viel dabei lernen und so viele spannende Dinge erleben und kann so viel bewegen. Ich muss das einfach machen. Also schon der Sprung ins kalte Wasser.
03:06 · PING · Armin Schroeder
Gibt es denn etwas, was du gerne gewusst hättest, bevor du in das kalte Wasser springst?
03:11 · PONG · Verena Gründel
Nein, auf keinen Fall. Nachher hätte ich es deswegen nicht gemacht. Wie blöd wäre das denn gewesen? Okay, manchmal muss man das Leben einfach geschehen lassen, damit es gut werden kann.
03:21 · PING · Armin Schroeder
Ist denn jeder Tag ein Abenteuer oder hast du Routinen, die dich durch dein Arbeitsleben und deinen Arbeitstag begleiten?
03:30 · PONG · Verena Gründel
Ich saß eben noch in der S-Bahn. Jetzt sitze ich im Uber so viel zu Routine. Denn es gab einen Feuerwehreinsatz auf der S-Bahn-Strecke. weswegen ich dann in das Uber umgestiegen bin. Tatsächlich ist es, glaube ich, eine der größten persönlichen Herausforderungen, das Fehlen von wirklichen Routinen. Weil ich im Home-Office arbeite, in Köln arbeite, weil ich viel unterwegs bin an ganz vielen verschiedenen Orten. Sich deswegen gar nicht so richtig Routinen etablieren. Das muss ich sagen.
03:59 · PING · Armin Schroeder
Routinen sind ja nicht nur Gewohnheiten. Gibt es zum Beispiel typische Themen, mit denen du Smalltalk startest? Was ist das denn eigentlich schon wieder für ein Wetter da draußen?
04:09 · PONG · Verena Gründel
Ja, wahnsinn. So natürlich nicht. Ich hab auch tatsächlich keinen klassischen Icebreaker-Spruch, den ich verwende. Ich find es viel wichtiger, dass man interessiert Fragen stellt. Persönliche oder individuelle Fragen. Dass man so eine Beziehung aufbaut, denn ich glaube, Empathie und Interesse sind sehr, sehr wertschätzend. Das merken auch die Menschen und so bleibt man langfristig im Kopf. Und baut, wie gesagt, gute Beziehungen auf.
04:33 · PING · Armin Schroeder
Das kann ich sehr, sehr empfehlen. Gute Beziehungen und Wertschätzung. Mich interessiert, ob es eine Person in deinem Leben gibt, die deine Karriere maßgeblich beeinflusst hat, ohne die du heute vielleicht gar nicht den Job machen würdest.
04:48 · PONG · Verena Gründel
Das ist gar nicht einfach, denn es gibt natürlich viele, die einen positiven Einfluss auf meine Entwicklung hatten. Aber ich glaube, es ist ganz interessant, mal auf die Situationen zu schauen, die gar nicht positiv waren und die mich trotzdem wahnsinnig angespornt haben. Eine Situation war in der 11. Klasse im Deutschunterricht. Unser damaliger Lehrer hat die Klasse gefragt, ob nicht jemand von uns Lust hat, die Pressearbeit für das Gymnasium zu übernehmen und für die lokale Tageszeitung zu schreiben. Ich bin nach der Stunde zu ihm gegangen, hab gesagt, das würde ich sehr gerne machen. Und er schaut mich an, tatsächlich und sagt, ach du, ich dachte eher an Anna Lena oder so jemanden, Name von der Redaktion geändert. Ja, ich war keine Einser-Schülerin, aber hatte Bock drauf und hab dann gesagt, doch, doch, ich möchte das gerne machen. Er hat es dann auch weitergegeben und am Ende hat es super Spaß gemacht und alle waren total happy mit dem, was ich geschrieben habe. Und das hat mir natürlich gezeigt, auch wenn jemand, zudem du aufschaust, eine Respektsperson, nicht an dich glaubt, kannst du es trotzdem schaffen. Also, ganz, ganz wichtige Lektion. Die zweite Situation, da war ich in der Gehaltsverhandlung mit einem ehemaligen Chef. Und ich wusste genau, was ein männlicher Kollege meines Alters verdient, gleiche Erfahrung. Aber, muss ich selbstbewusst sagen, der war nicht so engagiert und auch nicht so gut wie ich würde ich jetzt einfach mal sagen. Und ich kam aber auch in drei Verhandlungsterminen nicht dahin, das gleiche Gehalt zu bekommen wie dieser Kollege. Ich hab mir wirklich die Zähne ausgebissen. War natürlich unfassbar wütend über diese Ungerechtigkeit, dass ich als Frau weniger verdiene als mein männlicher Kollege. Und das hat mich, glaube ich, sehr angespornt, mich nicht unterkriegen zu lassen und hart zu kämpfen und einfach selbstbewusst und fordernd in dieser damals ja noch sehr männerlastigen Welt rauszugehen. Ich glaube, das waren zwei Situationen, in denen ich sehr, sehr viel gelernt habe. Es ist schon erstaunlich, wie viel Schlechtes und Negatives
06:43 · PING · Armin Schroeder
dann doch zu einem guten Ergebnis führen können. Und das ist ja nachweislich passiert. Kommen wir zum Hier und Jetzt oder auch zu deiner Zukunft. Wo schlägt dein Herz höher, wenn du die Möglichkeit hast, als Mentorin einzelne Mitarbeitende zu begleiten, auf dem Karriereweg oder in deiner Funktion als Gastgeberin, der DMEXCO oder Chefredakteurin und der W&V mit einer ganzen Generation in den Diskurs zu gehen? Über New Work, über Gleichberechtigung, über die Branche, über die Entwicklung, die es im Marketing gibt?
07:17 · PONG · Verena Gründel
Also, das ist wirklich die schwierigste von allen Fragen. Denn beides finde ich supercool. Ich freue mich natürlich total darüber, dass ich eine große Reichweite habe und die auch nutzen kann. Und wenn ich ganz ehrlich bin für so Mentoring-Themen, nutze ich die wahrscheinlich noch viel zu wenig. Wäre jetzt mal eine schöne Inspiration. Aber so im persönlichen Austausch kann natürlich jeder supergerne zu mir kommen. Und dann finde ich es total cool, Tipps zu geben oder über Themen zu sprechen. Also, von daher, ich kann mich einfach nicht entscheiden.
07:47 · PING · Armin Schroeder
Wir nähern uns so langsam dem Feierabend, also meinem Feierabend. Bei dir geht direkt das nächste Event los. Stellt sich für mich die Frage, was macht für dich einen erfolgreichen Tag aus? Was muss so um 18 Uhr, 20 Uhr, 24 Uhr passiert sein, damit du sagst, genau dafür mache ich den Job.
08:05 · PONG · Verena Gründel
Wie gut ein Tag ist, das hängt stark davon ab, was das für ein Tag ist. Wenn ich den ganzen Tag im Homeoffice sitze, dann kommt es darauf an, wie viele wichtige Punkte ich von meiner To-do-Liste abgehakt habe. Und an so einem Tag, wo ich unterwegs bin, da geht es natürlich eher darum, gute Gespräche zu führen, spannende Menschen zu treffen, interessante Themen einzusammeln, Feedback zur DMEXCO zu bekommen. Ja, und ich glaube, heute wird ein erfolgreicher Tag.
08:30 · PING · Armin Schroeder
Für mich geht es aber jetzt noch ein bisschen weiter. Es tut mir ein bisschen leid, dass der Tag schon vorbei ist. Vielen Dank, dass wir heute einen kleinen Einblick in dein Arbeitsleben bekommen durften. Zeit geht immer viel zu schnell vorbei. Ich hoffe, du hast unheimlich viel Spaß bei deiner Panel-Diskussion.
08:45 · PONG · Verena Gründel
Danke, hoffentlich sehen wir uns sehr bald wieder. Tschüss. Genau, das Panel ist durch und damit fängt jetzt der inoffizielle Teil des Abends an. Und fast schon Feierabend könnten wir sagen, gehen noch dem, wie man es sieht. Es hat mir unfassbar viel Spaß gemacht, war wirklich super, super cool. Mein Handyakku ist jetzt am Limit und deswegen ist damit auch die natürliche Grenze erreicht. Ich wünsch dir einen wunderschönen Abend und hoffe, wir sehen uns bald in Real Life.