Transkript: Tina Mueller
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00:00 · PING · Armin Schroeder
Herzlich willkommen zur zweiten Staffel von 24 Pingpong Endlich geht es wieder los. Und wenn ich sage, es geht los, dann geht es richtig los. Heute habe ich die Ehre Tina Mueller von Kühne begleiten zu dürfen. Der Tag wird sicherlich ein bisschen Ereignisreich. Ich bin beim MDR Update in Erfurt und Tina ist beim ADC, um zu gucken, ob es für Rotkohlpizza einen Nagel gibt. Starten wir mal den Tag. Guten Morgen Tina. Es freut mich riesig, dass wir dich als erste Gästin in der zweiten Staffel durch den Arbeitstag begleiten dürfen. Ich hoffe, es geht dir gut. Wo starten wir mit dir in den Tag?
00:51 · PONG · Tina Mueller
Ja, guten Morgen lieber Armin. Ich freue mich total, dass wir heute zusammen ein Pingpong machen. Ich starte hier im Office bei Kühne in den Kühnehöfen in Bahrenfeld, mitten in Hamburg. Hab heute Ereignisse bevorstehen wie so spannende Themen wie Mitarbeiter-Jahresgespräche, Entwicklung von unseren Talenten und dann ab heute Abend natürlich die ADC Awards. Und da drücken wir ganz doll die Daumen, dass unsere schöne Marke Kühne mit der Rotkohlpizza auch einen Nagel bekommt. Also es wird viel Abwechslung in den Tag heute kommen.
01:27 · PING · Armin Schroeder
Das klingt nach einem spannenden Arbeitstag. Aber bevor wir dazu kommen, noch mal einen Blick zurück. Du hast schon so ziemlich in jedem Land in Europa gearbeitet und hast aber in Siegen studiert. Das ist so ein bisschen wie aus der Provinz in die große weite Welt. Wie ist sie dazu gekommen?
01:41 · PONG · Tina Mueller
Warum habe ich in Siegen studiert? Du, ich habe das angegeben auf dem ZVS-Bogen. Als ich anfing zu studieren, 93 gab es das noch. Das war meine fünfte Wahl und da niemand sonst nach Siegen wollte, bin ich direkt allokiert worden. Damals war die Uni Siegen Nummer eins im Spiegelranking. Davon habe ich mich leiten lassen. Wir haben liebevoll irgendwann alle mal gesagt, was ist schlimmer als verlieren Siegen. Aber ich muss sagen, wir hatten eine Menge Spaß an der Uni und das war meine Zeit in der Provinz.
02:14 · PING · Armin Schroeder
Das hat dich aber auch ganz klar auf die Gewinnerstraße geführt. Und da stellt sich natürlich die Frage, wo auf diesem Weg stand der schönste Schreibtisch, in dem du bisher jemals gearbeitet hast.
02:27 · PONG · Tina Mueller
Der schönste Schreibtisch stand definitiv in Mailand. Dabei war gar nicht der Schreibtisch so toll, aber das Leben, das Umfeld, die Marke, auf der ich gearbeitet habe, das war bei Bertolli damals, Italien Gusto for Life, war einfach phänomenal und hat mich bis heute geprägt, einfach ein bisschen mehr Dolce Vita in jeden Tag reinzubringen.
02:52 · PING · Armin Schroeder
Gegen Mailand hat selbst Hamburg schwer. Dolce Vita, das süße Leben, wie schaffst du es in deinem Arbeitstag auch ein bisschen Genuss und Freude und Spaß zu bringen? Gibt es etwas, was an einem gelungenen Arbeitstag nicht fehlen darf?
03:08 · PONG · Tina Mueller
Ja, bei mir ist ein gelungener Arbeitstag ein Tag, an dem ich auch lachen kann. Entweder über mich, mit dem Team, über neue Exekutionen, auf Kampagnen, neue Produkte, was auch immer. Ja, und dann, was ich sehr gerne mache, ist meinen Senf dazu geben. Na ja, es ist hier gerade mal so ein Kühne. extra scharfer Senf, ein bisschen Schärfe in Diskussionen zu bekommen, Ideen weiter zu entwickeln und das in der Interaktion - gemeinsam. Also ich bin jemand, der arbeitet wirklich nur im Team mit dem Team. Das gibt mir eigentlich die größte Zufriedenheit, am Ende eines Tages nach Hause zu gehen, um Projekte, Dinge, Kampagnen, was auch immer, gemeinsam nach vorne gebracht zu haben und weiterentwickelt zu haben.
03:49 · PING · Armin Schroeder
Hast du dir diesen kollaborativen Arbeitsstil oder Führungsstil selbst erarbeitet oder gibt es jemanden, einen Wegbegleiter, eine Begleiterin, die dir genau das vorgelebt hat und dich geprägt hat?
04:02 · PONG · Tina Mueller
Wow, was für eine Frage. Ja, ich glaube dadurch, dass ich in großen Konzernen groß geworden bin. Ich bin ja von der Uni zu Unilever, dann später mal Kraft Heinz, jetzt bin ich bei Kühne. Also in großen Konzernen kannst du nur über Kollaboration gut werden, da arbeitest du ja teilweise auf globalen Marken, wo es ein globales Team gibt, ein regionales, noch ein lokales. Da lernst du automatisch zusammenzuarbeiten, nochmal auf die lokalen Bedürfnisse einzugehen, das je nach Markt auch zu flexen und dass da unterschiedliche Bedürfnisse in den Märkten sind. Die Konsumenten teilweise gerade im Foodbereich, alle ein bisschen anders ticken. Auch da musst du in einer Kampagne eventuell geflext werden. Also ich glaube, das hat sich über die Zeit so entwickelt und meine Erfahrung ist einfach, wenn du mehr verschiedene Standpunkte in so eine Entwicklung einbeziehst, du verpasst nicht so viele Gelegenheiten. Du hast nochmal einen besseren View auf die Dinge, du hast mehrere Meinungen und natürlich muss man manchmal auch eine scharfe Diskussion geben, was ist richtig, wo gehen wir jetzt hin links, vom rechts rum gerade aus. Aber insgesamt ist es halt so, das ist das schöne Thema Diversität in Erfahrung und in Meinungen und in Hintergründen auch. Das macht dann so diesen Magic Touch oder diesen Magic Potion, aus der dann richtig tolle Sachen entstehen.
05:24 · PING · Armin Schroeder
Okay, wenn du über die Magie sprichst, die dann entsteht, was war das letzte Projekt, bei dem du sagen würdest, da ist genau die richtige Kombination an den Tisch gekommen und auch etwas Besonderes, etwas Exzellentes entstanden.
05:39 · PONG · Tina Mueller
Jetzt sind wir bei meinem Lieblingsthema, das ist unsere letzte große Kampagne, die wir bei Kühne gemacht haben, als wir den Handfestenskandal kreiert haben, Rotkohl, Kühne Rotkohl auf die Pizza zu packen. Ja, und das war einfach, weil die Marke ist seit über 300 Jahren im Markt, ist ein bisschen angestaubt, ein bisschen altbacken und wir haben echtes Userproblem, weil die jüngere Zielgruppe fast gar nicht mehr in die Brand kommt und das geht natürlich nicht, wenn du Marken in Zukunft mitmachen willst, dann brauchst du halt auch die jüngere Zielgruppe drin. Und da haben wir gesagt, gerade für die jüngere Generation, so Gen Z, Millennials, Top Dish, also Alltagsgericht, das Pizza, packen wir den Rotkohl auf die Pizza und das Ganze inszenieren wir als handfesten Skandalo, das für italienische Esskultur hijacken, mit einem super traditionellen deutschen Lebensmittel. Ja, und das hat super geklappt, das hat richtig für Buzz gesorgt, das hat richtig Diskussion vom Zaun gebrochen, da waren Lover’s dabei, da waren Haters dabei, Italiener, die sagen, sie dürfen damit nicht nach Hause kommen, geht gar nicht. Und wir haben das ganz so vor natürlich auch probiert mit Köchen zusammenentwickelt, also es schmeckt auch richtig cool, richtig lecker. Wir sind sogar ins Big Brother Knossi Haus gegangen, haben da für den ersten Skandal der Rotkohlpizza gesorgt und es hat richtig Fahrt aufgenommen, richtig viel Diskussion auf TikTok war es eine Branded Challenge, das wurde schon gesagt, ist nach Dubai Schokolade Rotkohl auf der Pizza der nächste Trend und so was passiert einfach nur, wenn du dich darauf einlässt, während der Kampagne haben wir viele weitere Ideen entwickelt und das war magisch, denn es hat dazu geführt, dass wir 20% Absatzwachstum im vierten Quartal hatten auf Rotkohl und vor allem wir haben 900.000 neue Verwender rein geholt und gerade bei der Gen Z haben wir unsere User verdoppelt, wirklich auf allen KPIs super erfolgreich und da sage ich immer, das ist Creative Excellence, das ist Creativity with Impact und das sind so Sachen, wenn dann die Magie wirklich voll auch auf der Strategie funktioniert.
07:37 · PING · Armin Schroeder
Das, was du über die Kampagne erzählt hast, hört sich schon nach einem guten Ausgangspunkt für heute Abend beim AD(A)C an. Was wärst du geworden, wenn du nicht den Karriereweg genommen hättest?
07:49 · PONG · Tina Mueller
Ja, ich hatte mit 16 oder 17 in der 12. Klasse tatsächlich überlegt, werde ich Manager oder Arzt und dann habe ich ja festgestellt, ich kann irgendwie so Blut nicht sehen und als ich dann im Leistungskurs an Schweineföten fermentierten herumschneiden sollte, dann war irgendwie die Entscheidung total klar. Ich werde Manager.
08:10 · PING · Armin Schroeder
Welchen Ratschlag hättest du der 16-jährigen Tina über das Berufsleben und über den Job gegeben?
08:17 · PONG · Tina Mueller
Also eins, mich selber nicht immer zu ernst zu nehmen, den Job, den wir machen, gerade so im Marketing, das sind keine Operationen am offenen Herzen. Ja, und Ratschlag Nummer zwei, umgebe dich einfach mit Leuten, die besser sind als du, weil du lernst dann besser, du kannst dein Team besser aufbauen und denk immer schon daran, wen du als Nachfolger aufbaust. So, jetzt machen wir mal hier Fokus auf das Festival und mal sehen, wie es läuft heute Abend.
08:47 · PING · Armin Schroeder
Viel Erfolg Tina!
08:50 · PONG · Tina Mueller
Danke schön, wir drücken die Daumen!
08:53 · PING · Armin Schroeder
Liebe Tina, vielen Dank, dass wir dich heute begleiten durften. Es hat mir viel Spaß gemacht, ich wünsche dir ganz ganz viel Erfolg für heute Abend. Danke schön, viel Spaß, viel Erfolg
09:02 · PONG · Tina Mueller
und bis sehr bald! Lieber Armin, wie du siehst hier ist die Party irgendwo der Hände im vollen Gange. Es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich wollte mich richtig bedanken, bei deiner zweiten Staffel dabei sein zu dürfen. Und das Team feiert gerade ab, denn die haben es tatsächlich geschafft, einen Nagel zu holen. Es ist ein bronzer Nagel geworden und das Team ist mega stolz. Also ganz vielen lieben Dank und auf ein nächstes Mal. Ciao!