Transkript: Leonie Schüssler
„Ich liebe, liebe, liebe, liebe es"
Transkript: Leonie Schüssler
Automatisch aus dem Untertitel-File (SRT) konvertiert, Zeitstempel relativ zum Folgenstart. Sprecher-Wechsel manuell gesetzt. Redaktionelle Überarbeitung ausstehend.
00:00 · PING · Armin Schroeder
Wir starten nicht in den Tag, der Tag geht weiter. Leonie hat uns letzte Woche schon viel über ihr Leben erzählt, darüber, dass sie den Traum hat, eine Workation-Heimat in den Niederlanden zu finden, was sie gerade testet. Sie hat uns erzählt, was ihr Team für sie bedeutet, wie sich ihr Job entwickelt hat, was sie mit ihrem 17-jährigen ich diskutiert hätte über ihre Zukunft und vor allem, dass sie gelernt hat, dass es um sie geht, dass es nicht darum geht, sich zu verstellen oder irgendeinem Bild zu entsprechen, sondern sich die eigene Box zu bauen. Ich freue mich total darauf, dass es heute noch einmal weitergeht. Wir starten direkt mit der ersten Frage und ich schalte mal zurück in die Sendung. Viel Spaß! Wir kommen zur Rubrik “High Five”. Wem gibts du ein Shout-out für einen verdammt guten Job in den letzten Wochen?
00:49 · PONG · Leonie Schüssler
Da erwischt du mich jetzt natürlich eiskalt, weil ich würde natürlich gerne mein ganzes Team nominieren, weil die einfach alle fantastisch sind. Aber wenn ich eine Person jetzt rauspicken muss, dann ist es die ganz und gar entzückende und wunderbare Joan Gabel, Juniorin bei mir im Team. Die hat nämlich tatsächlich gerade zum ersten Mal ganz alleine die Strategiarbeit auf einem Pitch gemacht, hat das ganz und gar fantastisch gemacht, war zur Pitch-Präsidentation leider krank, hat flach gelegen, musste quasi vom Bett aus zusehen, aber das soll den Erfolg nicht schmälern und ihre Arbeit nicht schmälern. Von daher ein fettes High Five an die liebe Joan. Kommen wir auf
01:31 · PING · Armin Schroeder
deinen Arbeitsalltag zurück. Du beschäftigst dich mit Innovationen, du beschäftigst dich mit Strategie in unterschiedlichsten Situationen, New Business, Bestandskunden etc. Was war so in den letzten Jahren die Innovation, die dich am stärksten vom Hocker gehauen hat?
01:49 · PONG · Leonie Schüssler
Also ich fange jetzt nicht mit KI an, weil das kann ja irgendwie jeder. Eine spannende Innovation fand ich zum Beispiel Lynk & Co. Man hat einen Trend erkannt, man hat einen Konsumentenbedürfnis erkannt, man hat daraufhin ein Produkt entwickelt, auf dem Markt geschmissen funktioniert - geil. So was fasziniert mich. Was ich viel spannender eigentlich finde, sind Gegentrends. Was ich aktuell total spannend finde und wo tatsächlich immer mehr aufpoppt, ist im Prinzip, eigentlich ist es wie eine Anti-Innovation, nämlich Nostalgie und alles wieder Richtung Analogie sozusagen zu schieben. Also wir sehen, dass irgendwie immer mehr junge Leute Schallplatten kaufen, den Walkman wieder entdecken, Abseits von Social Media zu Community Walks treffen und einfach zusammen spazieren gehen. Trends wie Silent Walking und wir sehen, dass eben ganz ganz viel Analoges zurückkommen. Viel mehr wieder so Richtung Haptik und weg von irgendwie dem ganzen Digitalen. Das finde ich spannend und da liegt auch so meine Faszination, so was dann rechtzeitig zu erkennen und dann eben auch für Marken entsprechend zu interpretieren und weiter zu denken.
02:49 · PING · Armin Schroeder
Schließt sich die nächste Frage an. Hast du einen Tipp für genau die nachwachsenden Talente in unserer Branche, die Sie beherzigen können, damit sie genau richtig in die Karriere
03:00 · PONG · Leonie Schüssler
starten? Ich habe sogar gleich mehrere. Tipp Nummer eins kommt in die Agenturwelt. Ich weiß unser Ruf der eilt uns voraus. Ich weiß, der ist auch nicht unbedingt der Beste, aber ich muss sagen, es lohnt sich. Es lohnt sich wirklich. Es macht irre viel Spaß. Man arbeitet mit ganz ganz tollen Menschen zusammen. Das kann ich euch wirklich versprechen. Es ist wahnsinnig vielseitig. Ihr lernt irre viele Branchen kennen. Ihr könnt euch ausprobieren. Kommt in die Agenturwelt wirklich. Tipp Nummer zwei, das Gras ist nicht immer grün auf der anderen Seite. Ich weiß, man denkt das immer und deshalb will man auch immer irgendwie direkt weiterziehen auf die nächste Weide. Aber mein Tipp ist, fangt mal da an zu grasen, wo ihr irgendwie gerade seid. Meistens schmeckt das Gras da ziemlich gut. Tipp Nummer drei, der hängt so ein bisschen mit Tipp Nummer zwei zusammen, strebt nicht immer nach dem nächsten großen, tollen Titel wirklich. Ich weiß, das suggeriert uns irgendwie die Welt da draußen, aber es ist vollkommen okay, wenn ihr mal ein paar Jahre junior seid, mid-level seid, was auch immer seid. Mit einem neuen, tollen, großen Titel kommt auch meistens ganz, ganz viel neue, große Verantwortung auf euch zu. Und das nimmt euch so ein bisschen die Chance, euch auszuprobieren. Und vielleicht auch mal nicht den geradlinigen Weg zu gehen. Und das finde ich ganz, ganz wichtig. Also es ist ein riesengroßes Privileg, auch lernen zu dürfen, sich ausprobieren zu dürfen und sich dafür auch Zeit zu nehmen. Also nehmt euch diese Zeit, lehnt euch zurück und genießt einfach mal das, wo ihr seid oder den Ort, wo ihr seid. Tipp Nummer vier, sucht euch einen coolen Mentor, der euch an die Hand nimmt, der euch ja den ein oder anderen guten Tipp gibt. Das braucht man. Holt euch auch Hilfe ein, holt euch Feedback ein, fordert das ein, das ist ganz, ganz wichtig. Tipp Nummer fünf, macht euch nicht wahnsinnig wegen eurem Lebenslauf. Es ist vollkommen okay, wenn der nicht geradlinig ist. Wenn ihr einfach mal probiert habt und es vielleicht irgendwie ein Schuss in den Ofen war, zieht einfach weiter, lasst euch davon nicht aus der Ruhe bringen. Nicht jeder Lebenslauf muss immer irgendwie, das eine muss auf dem anderen aufbauen, sondern man kann auch wirklich mal ganz viele unterschiedliche Stationen haben. Und es macht euch nicht irgendwie schlechter. Und der letzte Tipp, habt einfach Spaß. Habt einfach richtig viel Spaß, folgt eure Intuition, hört auf euer Bauchgefühl und ja, geht euren Weg und habt einfach richtig, richtig, richtig viel Spaß dabei. So langsam kommen
05:29 · PING · Armin Schroeder
wir zum Feierabend. Zu meiner letzten Frage, gibt es einem Menschen, ohne denen du deinen Job so, wie du ihn heute machst, nicht machen würdest?
05:38 · PONG · Leonie Schüssler
So, ich nehme dich und euch jetzt nochmal mit zum Abendspaziergang in den malerischen Niederlande. Natürlich gibt es diesen einen Menschen, und zwar ist es bei mir Christina Oster-Daum, da musste ich jetzt gar nicht lange überlegen. Christina ist ein unglaublicher Mensch. Ich habe sie damals getroffen bei einem Business Lunch. Die Leute denken, übrigens, ich hab sie nicht mehr alle. Und tatsächlich ist sie ein Mensch mit einer unglaublichen Aura. Ich wollte ab Sekunde eins für sie arbeiten. Sie hat mich absolut fasziniert. Und tatsächlich habe ich dann auch lange für sie gearbeitet. Ich habe ja lange Zeit in der Kosmetikindustrie verbracht. Und deshalb habe ich übrigens auch immer Lippenstift drauf. Ja, es war Liebe auf den ersten Blick sozusagen. Und auch während meiner Arbeit mit ihr hat sie mich immer wieder total inspiriert. Und ich glaube, dass ich ganz viel von dem, was sie mir beigebracht hat, hoffe ich zumindest, heute in meinen Leadership-Stil einfließen lasse, weil sie ein Mensch ist, der wahnsinnig viel Güte hat, der wahnsinnig viele Ideen auch im Kopf hat, aber eben nicht ihre Ideen anderen überstülpt, sondern andere auf ihren Weg bringt. Und sie die Lösung selber finden lässt und eben nicht alles vorgibt. Und das hat mich an ihr total fasziniert. Fasziniert mich auch heute noch. Und ich glaube, ich wäre tatsächlich nicht da, wo ich heute bin. Und hätte auch, glaube ich, nicht die gleiche Einstellung, wenn ich Christina nicht getroffen hätte.
07:08 · PING · Armin Schroeder
Es gibt deutlich schlechtere Vorbilder als die Gründerin von Cosnova Da steht außer Frage. Und dass dein Lippenstift ein Teil deiner Marke geworden ist, das kann ich ganz gut nachvollziehen. Ich trage seit bestimmt 15 Jahren nur noch rote Socken. Blöder Vergleich, aber ist halt so. Vielen, vielen Dank, dass wir dich heute begleiten durften und dann auch noch in die Niederlande. Das ist nochmal eine besondere Exkursion gewesen, dass wir in Einblick in dein Leben, in deinen Arbeitstag bekommen haben und möchte gerne mit der aller, allerletzten Frage abschließen, wie du dein Feierabend genießt. Tschüss und bis bald.
07:45 · PONG · Leonie Schüssler
Rote Lippen, rote Socken, was soll ich dazu noch sagen? Wie verstehen uns halt einfach! Ich wollte eigentlich jetzt einkaufen fahren. Ich habe nämlich noch exakt eine Scheibe Brot im Schrank und eine Banane. Allerdings musste ich gerade lernen, dass die Uhren hier auf jeden Fall ein bisschen anders ticken. Es ist nämlich mittlerweile schon 20 Uhr und der Supermarkt hat zu. Von daher wird es die Banane und das Brot. Gesunde Ernährung ist das A und O, wie wir wissen. jetzt tatsächlich quasi eine Zwangspause einlegen und werde es mir heute Abend so richtig gemütlich machen. Ich mache mir jetzt gleich ein Tee und werde es mir hier auf dieser wunderbaren Couch in meiner Lieblingsfarbe r osa richtig gut r osa richtig gut gehen lassen rosa richtig gut und hier einfach und hier einfach so ein bisschen die Atmosphäre genießen. Und der Hund, der freut sich auch schon. Und ich freue mich, dass wir so einen richtig schönen Tag zusammen hatten. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und danke auch und danke auch dir für das tolle Format. Ich hoffe, dass ich ein bisschen was weitergeben konnte, dass ich ein bisschen Inspiration teilen konnte, dass vielleicht der ein oder andere was mitnimmt oder die ein oder andere was mitnimmt. Ich hoffe, wir sehen uns auf der Effie Gala im November und wünsche dir einen wunderschönen Abend.